Die adsorptive Reinigung

Im gereinigten Abwasser sind nach einer mechanisch-biologischen und chemischen Abwasserreinigung noch Mikroverunreinigungen enthalten. Die Mikroverunreinigungen sind neben den sogenannten „inerten organischen Restverschmutzungen“, insbesondere die als sehr problematisch eingeschätzten Arzneimittelrückstände, Röntgenkontrastmittel und Hormone.

Durch den demographischen Wandel und Fortschritte in der medizinischen Versorgung nimmt dieser Anteil immer weiter zu. Die Stoffe gelangen über die Kläranlagenabläufe in die Gewässer, beeinflussen dort die aquatische Umwelt und gelangen letztendlich wieder in den Nahrungskreislauf.

Durch die derzeit im Bau befindliche Aktivkohleanlage mit anschließender Filtration wird ein Großteil dieser Mikroverunreinigungen bzw. Spurenstoffe heraus gefiltert und in der Verbrennung nachhaltig beseitigt.



Kontaktreaktor

Kontaktreaktor

Das mechanisch, biologisch und chemisch gereinigte Abwasser fließt in den Kontaktreaktor. Dem Abwasser im Kontaktreaktor wird Pulveraktivkohle und Fällmittel (Aluminiumsalze) zudosiert. Das Abwasser wird mit der Pulveraktivkohle und dem Fällmittel intensiv vermischt. Dadurch werden die Arzneimittel, Chemikalien, Hormone usw. an die Aktivkohle angelagert und dem Abwasser entzogen.

Kontaktreaktor
Sedimentationsbecken

Sedimentationsbecken

Für eine verbesserte Abtrennung des Kohlestaubs, werden dem „Kohle-Schlamm-Gemisch“ nach dem Kontaktreaktor Polymere zudosiert. Der in Sedimentationsbecken abgesetzte „Kohle-Schlamm“ wird zur Mehrfachbeladung wieder in die 1. Kaskade des Kontaktreaktors zurückgeführt. Aus der Adsorptionsstufe wird die „Überschuss-Kohle“ in die biologische Stufe gefördert. Mit dem Überschuss-Schlamm gelangt die Aktivkohle aus dieser Stufe nun zur Schlammbehandlung. Kohle und Schlamm werden verbrannt und die Reststoffe (Arzneimittel, Chemikalien, Hormone usw.) zerstört.

Sedimentation
Filteranlage

Filteranlage

Pulveraktivkohle und organische Restsubstanzen werden durch Sedimentation in der Filteranlage vom Abwasser abgetrennt – für einen nahezu feststofffreien Ablauf. Durch Aluminiumzugabe werden Partikel besser zurückgehalten. Das Abwasser mit Kohlepartikeln und org. Substanzen durchströmt einen Zweischichtfilter. Das Abwasser fließt in den Polsterraum und anschließend in den Spülwasserspeicher und gelangt danach in die Ablaufleitung zur Donau. Das durch die Filterreinigung entstandene Schmutzwasser wird der bio. Reinigungsstufe zugeführt.

Sandfiltration





Der ZVK dankt dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für die Förderung des Verbundprojektes „Entwicklung einer adsorptiven Stufe zur Elimination organischer Spurenstoffe auf kommunalen Kläranlagen“ und dem Umweltministerium Baden-Württemberg für die Förderung des Projektes „Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte durch Entnahme der organischen Restverschmutzung mittels Aktivkohle“. Der ZVK dankt auch der Europäischen Union für die Förderung der Aktivkohleadsorptionsanlage zur Entnahme der organischen Spurenstoffe aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) u. dem Land Baden-Württemberg für die Förderung des wasserwirtschaftlichen Vorhabens „Entnahme der organischen Spurenstoffe“ (Technikgebäude und Filteranlage) aus Mitteln der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft (FrWw).