Die Schlammbehandlung
und -verwertung

Bei der Abwasserreinigung entstehen jährlich rund 1.000.000 m³ Abwasserschlamm. Die Schlammbehandlung hat im Klärwerk Steinhäule die Aufgabe, das Wasser vom Schlamm zu trennen. Der Schlammanteil ohne Wasser hat ein Gewicht von rund 10.000 Tonnen im Jahr. In den Schlammbehandlungsanlagen wird die Schlammmenge nach der Entwässerung und thermischen Behandlung in Wirbelschichtanlagen auf rund 2.500 Tonnen Asche reduziert.

Thermische Klärschlammverwertung


Vorbei sind in Ulm/Neu-Ulm die Zeiten, in denen der Klärschlamm von den Landwirten auf den Feldern ausgebracht wurde – oft mit schädlichen Auswirkungen für Boden und Grundwasser. Die thermische Klärschlammverwertungsanlage gewährleistet heute eine sichere, umweltfreundliche und zugleich wirtschaftliche Entsorgung des Schlamms. Die Reststoffe der Wirbelschichtverbrennung werden einer Wiederverwertung zugeführt. Die erzeugte Kohlendioxidfracht bei der Verbrennung der „Biomasse“ Klärschlamm ist CO2 neutral, wie bei der Verbrennung von Holz oder anderen nachwachsenden Rohstoffen.

Schlammentwässerung

Schlammentwässerung

Der in den Vor- und Nachklärbecken anfallende Schlamm wird zu ersten Entwässerung in den Eindickbehälter gepumpt. Das Wasser fließt in die Kläranlage zurück, der Schlamm gelangt über den Vorlagebehälter zur Schlammentwässerung durch Zentrifugen. Zuvor wird der Schlamm mit Flockungshilfsmittel vermischt, zur Trennung des Schlammes vom Wasser. Das abgetrennte Wasser wird wieder der Kläranlage zugeführt. Aus den Zentrifugen gelangt der entwässerte Klärschlamm in die Trocknungsanlage, damit er selbstgängig ohne Zusatzbrennstoffe verbrannt werden kann.

Schlammentwässerung
Verbrennung

Verbrennung

Die Verbrennung des getrockneten Klärschlamms geschieht in Wirbelschichtöfen bei einer Temperatur von ca. 850°C. Die Verbrennungsgase werden in einem Abhitzekessel auf 200°C herabgekühlt. Dabei entsteht Dampf, der zum einen wieder zur Schlammtrocknung, zum anderen als Produktionsdampf genutzt wird oder mit dem durch eine Dampfturbine Strom erzeugt wird.

Verbrennung
Rauchgasreinigung

Rauchgasreinigung

Eine Entstickungsanlage, ein Elektrofilter, eine zweistufige Rauchgasnasswäsche und ein Gewebefilter dienen der Rauchgasreinigung. Die Emissionsdaten werden laufend kontrolliert (www.bayern.de/lfu/abfall). Dass die Umwelt durch die Abluft der Klärschlammverwertung nicht beeinträchtigt wird, beweisen Messungen des Bayerischen Instituts für Abfallforschung: Zwei Jahre lang untersuchte es Luft und Pflanzen in der Umgebung der Anlage auf Rückstände und Schadstoffe. Ein nachteiliger Einfluss auf die Immissionssituation konnte nicht festgestellt werden.

Rauchgasreinigung
Verwertung der Rückstände

Verwertung der Rückstände

Durch die thermische Behandlung werden Schadstoffe im Klärschlamm zerstört, so dass eine Verwertung der Reststoffe möglich ist. Die Asche und der Filterstaub aus der Wirbelschichtverbrennung werden als Kiesersatzstoff bzw. Versatzbaustoff im Bergbau eingesetzt. Mit der Adsorptions- und Filteranlage können 99% Phosphor eliminiert werden. Nach der thermischen Verwertung der Rückstände verbleiben 99% des Phosphors in der Asche. Ein mittelfristiges Ziel des ZVK ist, den Phosphor der Landwirtschaft entsprechend der Düngemittel-Verordnung zur Verfügung zu stellen.

Verwertung